CSU Vilsbiburg besucht die FFW

Am 22. April besuchte der CSU-Ortsverband Vilsbiburg die örtliche Freiwillige Feuerwehr. Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Ortsvorsitzender Christian Frankowski die Teilnehmer und mit Kommandant Florian Grimm, stellv. Kommandant Andreas Lorenz, Kreisbrandmeister Wolfgang Metz sowie Benedikt Hillinger auch die Vertreter der FFW Vilsbiburg und betonte auch gleich die wichtige Funktion dieser ehrenamtlichen Institution.

Feuerwehrgerätehaus in der Pfründestrasse

Die FFW Vilsbiburg gibt es seit 1869. Früher war die Einrichtung auf mehrere Standorte innerhalb Vilsbiburgs verteilt, das heutige Gebäude und damit der zentrale Standort entstanden aber auch schon 1972. Die Vertreter der FFW schätzen das Gebäude sehr, es entspricht jedoch nicht mehr dem Stand der heutigen Technik und wird auch platzmäßig den aktuellen Anforderungen nur noch sehr bedingt gerecht. So gibt es zum Beispiel keine Dusch- und Waschmöglichkeiten nach den Einsätzen. Deswegen wurde angedeutet, dass in absehbarer Zeit wohl über einen Neubau nachgedacht werden muss, wobei den Mitgliedern sehr wohl bewusst ist, dass derzeit mit Schulen und Kindergärten schon einige sehr große Aufgaben für die Stadt anstehen. Deshalb hat die FFW ins Auge gefasst, das vorhandene Gebäude soweit umzugestalten, dass z. B. Umkleidekabinen und Sanitärräume dem heutigen Anspruch auch gerecht werden und noch einige Jahre ausreichen. Hierzu werden sich die Verantwortlichen der FFW in Kürze Gedanken machen.

Die Freiwillige Feuerwehr Vilsbiburg umfasst rund 70 aktive Mitglieder, zu denen seit einiger Zeit auch sechs Frauen gehören, wie Florian Grimm positiv hervorhob. Pro Jahr kommt es im Schnitt zu rund 150 Einsätzen, wobei die wenigsten davon Brandeinsätze sind. Vielmehr handelt es sich um technische Hilfsleistungen, wie die Beseitigung von Ölspuren, Drehleitereinsätze und Verkehrsunfälle. Zu den kleineren Einsätzen gehören Blindschleichen im Keller, Katzen in Bäumen oder brennende Mülleimer. Auch Fehlalarme kommen immer wieder vor.

Gespannt verfolgt man bei der FFW auch die Diskussion um die Anforderungsampel in der Frontenhausener Straße, denn dabei handelt es sich um die Hauptausfahrtmöglichkeit, um zu Einsätzen im Stadt- oder Gewerbegebiet und letztendlich auch auf die zwei Bundesstraßen zu kommen. Es ist ohnehin schon eine Herausforderung, die gesetzlich vorgeschrieben Hilfsfrist von 10 Minuten, gerechnet ab dem meldenden Anruf unter 112 bis zum Eintreffen des ersten adäquaten Fahrzeuges am Ort des Geschehens, einzuhalten. In dieser Zeit müssen die Einsatzleute zum Feuerwehrhaus kommen, die Schutzkleidung anlegen und dann mit den Einsatzfahrzeugen an den entsprechenden Ort fahren. Speziell in der Rush Hour ist dies rein verkehrstechnisch fast unmöglich.

Im Gebäude der FFW befinden sich ein Schulungsraum, ein Büro für die Verwaltungsarbeit, das Magazin für die Schutzkleidung, eine vollautomatische Schlauchreinigungsanlage und Lagerräume für sonstige Ausrüstungsgegenstände. Die aktuelle Einsatzkleidung, die für alle 8 Feuerwehren in der Gemeinde zentral beschafft wird, befindet sich vorbereitet direkt hinter den Fahrzeugen in der Halle, um beim Einsatz keine Zeit zu verlieren.

Die Nachwuchsgewinnung ist ein sehr wichtiges Thema, wobei die FFW Vilsbiburg derzeit mit 11 Jugendlichen gut aufgestellt ist. Ein Beitritt zur Jugendfeuerwehr ist im übrigen ab 12 Jahren möglich.

Auch die Fahrzeuge wurden besichtigt. Beim Löschgruppenfahrzeug handelt es sich um ein Standardfahrzeug, das seine Altersgrenze (etwa 25 Jahre) bald erreicht hat. Hier wird noch in diesem Jahr begonnen die Ausschreibung vorzubereiten, da die Lieferzeit derzeit mit drei bis vier Jahren veranschlagt wird. Der Wassertank bei diesem Fahrzeug hat eine Größe von 1200 Litern, was bei normaler Löschtätigkeit für ca. 6 Minuten reicht.

Das Tanklöschfahrzeug wird mit seinen 27 Jahren noch in diesem Jahr ausgetauscht. Es verfügt über einen großen Löschwassertank von 5000 Litern und führt zudem 500 Liter Schaummittel mit.

Der Rüstwagen hat zahlreiche Rettungs- und Einsatzmittel an Bord und kann als rollende Werkstatt betrachtet werden. Dieses Fahrzeug ist das Erstfahrzeug bei Verkehrsunfällen.

Der Gerätewagen ist sehr flexibel einsetzbar und wird mit seiner unterschiedlichen Ausrüstung z. B. bei Ölschäden eingesetzt.

Mit dem Kommandowagen, einem PKW, fährt meist der Einsatzleiter voraus und sondiert vor Ort die Lage, bis die anderen Fahrzeuge eintreffen, womit wertvolle Zeit im Einsatz gewonnen werden kann.

Es wurde auch die Führerscheinproblematik angesprochen. Um die Fahrzeuge lenken zu dürfen, ist meistens ein LKW-Führerschein nötig, dessen Kosten von rund 4000 Euro kein ehrenamtlicher Fahrer allein zahlen soll und will.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Ausrüstung sind die Atemschutzgeräte, für deren Tragen eine spezielle Ausbildung nötig ist. Ein Gerät kostet ca. 4000 €, die Flasche reicht für ca. 20 Minuten Einsatzzeit. Einige der Teilnehmer legten die schweren Geräte selbst an und konnten einen direkten Vergleich zwischen den alten und den technisch aktuellen, neu angeschafften, ziehen.

Zuletzt konnten einige Kinder und interessierte Erwachsene noch mit der 32 Meter langen Drehleiter nach ganz oben fahren und die Aussicht aus luftiger Höhe bewundern. Mit dieser Leiter können fast alle Gebäude in Vilsbiburg zur Personenrettung oder zum Löschen von oben erreicht werden, es gibt nur einige wenige Ausnahmen.

Abschließend bedankte sich Christian Frankowski ausdrücklich bei den anwesenden Vertretern der Feuerwehr für die ausführlichen Informationen und vor allem für ihren beständigen, für die Gemeinde extrem wichtigen, ehrenamtlichen Einsatz und überreichte ein kleines, symbolisches Würdigungsgeschenk.

Für die jüngsten Besucher gabe es zum Schluss noch ein Fahrt mit der Drehleiter