CSU besucht das Technologiezentrum Energie

CSU-Vorstandsmitglieder und Stadtratskandidaten bei der Besichtigung

Weil die Energieversorgung ein extrem wichtiges, aber angesichts der CO2-Problematik und vieler anderer Faktoren auch ein extrem schwieriges Thema ist, stattete die Vorstandschaft der CSU Vilsbiburg zusammen mit amtierenden Stadträten, Stadtratskandidaten und dem Bürgermeisterkandidat Stephan Steigenberger dem TZE in Ruhstorf an der Rott einen Informationsbesuch ab. Benedikt Hillinger hatte den Besuch organisiert und mit Herrn Michael Riebesecker sehr gut vorbereitet und abgesprochen. Die Besucher aus Vilsbiburg wurden bei der Ankunft bereits erwartet, so konnte es gleich mit dem straffen Programm weitergehen.

Das TZE, diese Abkürzung steht für „Technologiezentrum Energie„, ist eine Außenstelle und Forschungseinrichtung der Hochschule Landshut, die sich mit dem Thema Energie und vor allem dem Schwerpunkt Energiespeicherung beschäftigt.

Da gerade die erneuerbaren Energien überwiegend das Problem haben, dass sie äußerst ungleichmäßig, wenig steuerbar und wechselhaft erzeugt werden, kommt den Möglichkeiten der effektiven Energiespeicherung eine sehr wichtige Rolle bei der künftigen Energieversorgung zu.

Speichermedien werden immer dann interessant, wenn man momentan überschüssigen Strom hat. In Vilsbiburg passiert das derzeit nur an weniger als sieben Tagen im Jahr und dann wird ggf. das Solarfeld vom Netz genommen. Regional übergreifend ist dies aber schon heute durchaus öfter der Fall und wird natürlich immer häufiger eintreten, wenn der Anteil der „unregelmäßig erzeugten Energien“ zunimmt, was ja das vorrangige Ziel ist.

Produktionsspitzen bei viel Wind oder Sonne müssen dann gespeichert und später wieder in Strom und / oder Wärme umgewandelt werden. Auch das Betanken von Verkehrsmitteln mit diesem aus „Überschussstrom“ produzierten Wasserstoff oder Methangas ist dann möglich.

Die spannende Veranstaltung unterteilte sich in zwei Vorträge durch Herrn Robert Hahn und Herrn Michael Riebesecker sowie eine Führung durch den Standort in Ruhstorf. Im Vortrag wurde unter anderem eine gesamthafte Berechnung gezeigt, wie die Versorgung Deutschlands ausschließlich mit erneuerbaren Energien in Summe klappen könnte. Das Ergebnis war zwar zunächst ermutigend, zeigte aber auch, wie schwierig es ist, bei solch einer Rechnung alle Effekte mit einfließen zu lassen. Zahlreiche Fragen blieben daher offen.

Für die CO2-neutrale Energiespeicherung werden hier vor allem die Batterieforschung und die X-to-Gas-Konzepte gesehen.         

Noch lange nicht ausgereizt hinsichtlich der weiteren Entwicklungsmöglichkeiten sind die Lithium-Ionen-Akkus. Für die deutliche Erhöhung von Energiedichte, Lebensdauer und Sicherheit gibt es verschiedene Ansätze.

Dass Forschung und Entwicklung zu Zelltechnologie und Zellfertigung in Deutschland weiterhin vorangetrieben werden, ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges Ziel. Speziell die möglichen Fertigungsverfahren, sogar teilweise in einer Kleinserienproduktion, konnten beim späteren Rundgang besichtigt werden.

Ein weiterer ganz entscheidender Faktor in der Speichertechnologie sind energieeffiziente, umweltgerechte und natürlich kostengünstige Fertigungsprozesse für die Speichermedien, denn sonst sind die Speicherprodukte im nötigen Umfang nicht bezahlbar oder ihre Umweltbilanz wird durch ihre Herstellung ganz oder zu einem hohen Anteil zunichte gemacht.   

Es gibt großes Potential und viele Entwicklungsmöglichkeiten, aber natürlich können Speicher nur helfen, die Energiewende umzusetzen, da sie kein Selbstzweck sind und keine einzige Kilowattstunde erzeugen.

Neben der weiteren Forschung in der elektrischen und chemischen Energiespeicherung ist auch die intelligent gesteuerte und effektive Nutzung der einmal vorhandenen Speichermöglichkeiten ein wichtiges Thema.               

In Summe spielt die Forschung in diesen und anderen Themen der Energieversorgung eine sehr wichtige Rolle, denn ohne weitere markante technische Fortschritte und auch der nötigen Technologieoffenheit wird die Energiewende in realistischer Form nicht zu schaffen sein, so die einhellige Meinung der Vilsbiburger Besucher.

Und in keinem Bereich wird es die eine, alles abdeckende Lösung geben, sondern einen Mix aus vielen unterschiedlichen Ansätzen, jedenfalls mehr als in der Vergangenheit, wird für das Zukunftsszenario nötig sein. 

Und natürlich ist es mit der Forschung nicht getan, auch wenn sie herausragende Fortschritte bringt. Denn zwischen dem Durchbruch im Forschungslabor und der großflächigen Verfügbarkeit praktisch nutzbarer und auch bezahlbarer Produkte und Einrichtungen liegt noch ein langer – und teurer – Weg! Hier wünschte Claudia Geilersdorfer langen Atem und die richtigen Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt, damit die gezeigten Projekte und Entwicklungen auch zur Marktreife gebracht werden können. Bürgermeisterkandidat Stephan Steigenberger zog am Ende dieser Informationsfahrt folgendes Fazit:

Es handelt sich um ein hochinteressantes und topaktuelles Thema, deshalb war diese Informationsfahrt absolut lohnenswert, auch wenn sie natürlich keine sofort umsetzbaren Antworten bringen konnte.